NIGHTHAWK
ist ein fotografisches Kunstprojekt entlang der Erft –
von Euskirchen bis zur Mündung des Flusses.
Über viele Monate beobachten Fotograf:innen Orte dieser Region. Nicht die Sehenswürdigkeiten. Nicht das, was ohnehin schon erklärt und beschrieben ist. Sondern jene Plätze, Übergänge und Situationen, an denen für einen Moment etwas sichtbar wird: ein Bahnhof am Abend, eine Tankstelle vor dem Kraftwerk, eine Kneipe, ein Feldweg, Industrie, Renaturierung, ein wartendes Auto vor einer Bahnschranke oder ein Raum, in dem Menschen für einen Augenblick zu Figuren einer Geschichte werden.
Viele Aufnahmen entstehen in der blauen Stunde oder bei Nacht. Nicht, weil Dunkelheit etwas verstecken soll. Sondern weil sie Dinge voneinander löst. Licht bekommt Bedeutung. Räume verändern sich. Gewöhnliche Orte verlieren ihre Eindeutigkeit.
„Ich mag diese Gegend. Und ich wollte wissen, ob man das sehen kann.“

NIGHTHAWK versucht dabei nicht, den Erftkreis neu zu erfinden. Das Projekt behauptet auch nicht,
hier etwas Spektakuläres entdeckt zu haben. Es verschiebt lediglich den Blick.
Aus bekannten Orten entstehen Bilder, bei denen man manchmal erst im zweiten Moment fragt:
Was – das soll hier sein?
Dabei treffen unterschiedliche fotografische Handschriften aufeinander. Erfahrene Fotograf:innen arbeiten neben Menschen, die andere Zugänge zur Fotografie entwickeln. Dokumentarischer Blick steht neben Inszenierung, ruhige Beobachtung neben Storytelling. Einzelne Szenen entstehen gemeinsam mit Schauspieler:innen, Darsteller:innen, Kostüm, Licht und Raum.

Diese Unterschiede werden nicht geglättet. Sie gehören zum Projekt.
NIGHTHAWK entsteht deshalb auch nicht als klassische Ausstellung, die irgendwann fertig an einer Wand hängt.
Es ist ein wachsender Prozess aus Fotografien, Begegnungen und Orten. Unternehmen, Institutionen und Kulturorte
entlang der Erft öffnen dafür Räume und werden für eine Zeit Teil dieses Weges.
An mehreren Stationen entstehen Stille Ausstellungen. Später werden die Arbeiten an insgesamt rund zehn Orten entlang der Erft öffentlich gezeigt.
Die fertigen Werke werden bewusst nicht vollständig über Social Media ausgespielt. Online gibt es Einblicke in den Prozess, Begegnungen
und gelegentlich einen Blick hinter die Kulissen. Die eigentlichen Bilder sollen jedoch dort erlebt werden, wo sie hingehören:
im Raum. In ihrer Größe. Und miteinander.

Auch die Theaterwerkstatt am Eschenhof ist inzwischen Teil dieses Prozesses. Hier entstehen Storytelling-Shootings und Bildwelten
zwischen Fotografie, Bühne, Kostüm und Licht. Nicht um eine Wirklichkeit nachzustellen, sondern um eine weitere Ebene dieser Region sichtbar zu machen:
ihre Menschen, ihre Geschichten, ihre Fantasie und ihre manchmal erstaunlich verborgenen Räume.
NIGHTHAWK bleibt dabei bewusst unabhängig und leise. Keine Werbeinszenierung, kein Wettbewerb der beteiligten Künstler:innen und kein Projekt, das sich über Logos erklären muss.
Die Namen der Künstler:innen gehören selbstverständlich zu den Arbeiten. Aber zuerst soll das Bild wirken.

Ein weiterer Teil des Projektes führt wieder zurück in die Region: Mit dem Verkauf ausgewählter Werke sammelt NIGHTHAWK Mittel für den Tierschutz.
Die Unterstützung wird in Form von Futterspenden an Tierheime und Tierschutzorganisationen weitergegeben.
So verbindet NIGHTHAWK Orte, Menschen, Kunst und regionale Verantwortung – ohne daraus eine große Geste machen zu müssen.
Wissen ist Nacht!
Zum Fotoprojekt gibt es eine eigene Website. – https://nighthawk80.org/

